ThePaperMask's fünfte Sandbox - Attrappentraining

Luca Kovács zog an seiner Zigarette. Er atmete aus und der kaum belichtete Raum füllte sich mit dem Rauch. Nowak musste husten und er hätte den Rauch von seinem Gesicht weg gefächert, wären seine Hände nicht an einen Stuhl gekettet.

"Sagen Sie mir, wieso haben sie das getan?" fragte Kovács.

"Kommen wir jetzt direkt schon zum großen Fisch?" Nowak zeigte trotz seinem sicheren Gesichtsausdruck trotzdem noch Zeichen der Nervosität.

"Dies ist eine Oberfrage welche wiederum weitere Fragen beinhaltet." Äußerte sich Kovács. Dieser ging mit langsamen Schritt an eine ca. zwei Meter hohe Stehlampe an, welche mit der Helligkeit eines Sternes auf Nowak nieder strahlte. Dieser zwang sich seine Augen zu schließen und schaute nach von der Lampe weg. Luca zog ein weiteres Mal an seiner Zigarette, welcher er danach in den Mülleimer schmiss. Den Rauch atmete er wieder auf Milan Nowak aus, welcher Husten musste und kurz die Augen öffnete, diese allerdings wieder wegen dem Licht krampfhaft zudrückte.

"Na dann. Wenn du unbe-" Milan wurde mitten im Satz von einem Schlag ins Gesicht unterbrochen.

"Respektieren Sie mich!" schrie Kovács. Die Wange von Milan wurde wegen des Schlages Rot.

Milan atmete aus und überlegte ganz kurz. "Wenn sie unbedingt wissen wollen was mich hierzu getrieben hat, dann sollten sie wohl wissen wo alles angefangen hat."


Die Beerdingung war im Gange. Zirka einhundert Personen hatten sich am Grab versammelt, an welchem der Sarg langsam runtergezogen wurde.

Der Priester sagte sein Gebet auf. auf.

"Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen."

Das Publikum sagte diese Worte mit ihm.

Der Pastor winkte einen der Messdiener zu ihm, welcher ihm das Weihwasser überreichte. Milan, ein weiterer Messdiener, wurde von Personen auf dem Parkplatz der Kirche abgelenkt, welche mit einem Polizeiwagen und einer Polizeiuniform dort standen. Weder die anderen Messdiener noch der Pastor oder die Besucher schienen diese Personen zu bemerken. Manche Besucher waren zu beschäftigt zu weinen.

Die Beerdigung endete eine kurze Zeit danach.

Milan zog sich sein Messdienergewand aus, als drei Polizisten die Sakristei betraten. Sie trugen die neuste Uniform, waren aber wegen den Hakenkreuzen auf dem Oberarmen der Uniform sowie den typischen Helmen als Polizisten erkennbar. Der Pastor erschrak als er die Polizisten im Eingang sah. "Wie ich befürchtet habe."

Die Polizisten ließen die Tür hinter sich offen und betraten die Sakristei. Milan war noch im Nebenraum um dort die Messdiener-Gewänder in den Schrank zu bringen.

"Dies ist nun schon unser zweites Mal, dass wir ihnen sagen müssen, dass eine Beerdigung für zu viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Wir werden ihre Pfarrgemeinde nun leider auflösen."

Der Pastor wurde gestresst. Er war bereits 78 und schon sehr geistig labil. "Ich gehe nur mit meiner Pfarrgemeinde. Wenn sie diese auflösen wollen, dann gehe ich mit ihr." Die Polizisten schauten sich kurz an und einer der beiden zog seine Waffe. "Letzte Worte?" Wie aus einer Pistole geschossen sagte der Priester "Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig." Nach dem Magnificat herrschte für einen Moment Stille, bis ein Polizist den Pastor zwischen die Augen schoss.

Milan hörte den Pistolenschuss. Anstatt nachzuschauen was passierte rannte er aus der Kirche. Er verließ den Nebenraum, rannte am Eingang der Sakristei vorbei und rannte direkt in die Richtung des Ausgangs; realisiert jedoch, dass er dann den Polizisten über den weg laufen würde.


"Was eine berührende Geschichte; der arme Priester wird erschossen. Ich glaube ich erinnere mich an diesen Vorfall. Megyaszó, 2002, nicht? Nun, was hat sie sonst noch zu ihrer Tat angeregt?" sagte Kovács, nachdem er einen Schluck von seinem Glas Wasser nahm.

Milan schwieg.

Kovács realisierte wieso er dies tat und nahm sich die Zange von seinem Foltertisch, ging auf Milan Nowak zu, welcher mittlerweile anfing zu zittern, und zog diesem gewaltsam ein Zahn. Blut kam aus dem Zahnfleisch von Milan, welcher sich die Seele aus dem Leib schrie, aber immernoch schwieg. Kovács nahm sich eine Spritze, welche er Milan in seinen rechten Arm iniizierte. Dieser erlitt die nächsten Minuten qualvollen Schmerz und schrie entsprechend dazu.

"W-Was… ist das?!"

Kovács musste lächeln.

"Anomales Serum, neu aus'm Forschungsbereich."

Nach dem Schmerz schien Milan wie Emotionslos da zu sitzen.

"Bist du jetzt bereit zu reden?"

"Ja."

Kovács lächelte. "Anomales hilft immer."


"Hör mir doch zu, wir wollen anonym bleiben." sagte der Agent mit einem starken, slawischen Akzent leise.

"Dann werde ich wohl nicht weiter nachfragen. Ich habe gehört, man kann bei ihnen gut und schnell Geld verdienen." sagte Milan genauso leise.

Der Agent überlegte kurz.

"Nicht wirklich, nein. Wir arbeiten für die slawische Unabhängigkeit. Fangen wir also an herauszufinden, welche Aufgabe für sie am besten wäre. Kennen sie sich mit Computerprogrammierung aus?"

"Nein."

"Haben sie Einbrechererfahrung?"

"…kommt drauf an.", antwortete Milan zögernd.

Der Agent zögerte auch für einen Moment.

"Ihr Vater, was war er?"

"Er war Teil einer slawischen Unabhängigkeitsgruppierung. Nannte sich… Vseslovjanski Odpor, wenn ich mich recht erinnere. Er wurde verhaftet und nach ausgiebiger Folter hingerichtet."

"Natürlich. Aber er war Soldat. Haben sie auch solche Erfahrung?" fragte der Agent leise.

"Nachdem mein Patenonkel und Priester von der Polizei erschossen wurde habe ich drei Jahre lang in der Armee gedient.", antwortete Milan weniger Stolz.

"Nun gut. Morgen treffen sich weitere Agenten mit anderen möglichen Rekruten in Ladánybene, in der Dózsa györgy Straße 27, ein verlassenes Lagerhaus. Wir werden euch dort Trainieren."


Kovács schlug Nowak.

"Panslawischer Abschaum! Danke für die Adresse, die wird bei zukünftigen Überfällen nützlich sein."

Nowak wollte gerade seinen Mund öffnen, als ein lauter Buzzer im ganzen Raum ertönt. Die Wände, der Stuhl, sowie Nowak bauten sich langsam in Einzelteile ab. Als nurnoch Kovács im Raum stand wurde der Raum volllkommen erleuchtet. Eine Stimme ertönte im Lautsprecher.

"Simulation beendet. Gesamtwertung: 85/100 Punkten. Für genauere Informationen, beziehe Sondereinrichtung-Direktor Szabó."

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