Pencil's Kurzgeschichten

Kaum gezügelte Wut, Hass und Empörung verspürte Dr. Byrns, als er mitansehen musste wie der Vorsitzende ganzer drei Abteilungen, mal wieder über einen der jüngeren Mitarbeiter in seinem Abteil prahlte.
Aber es handelte sich nicht um irgendeinen Wissenschafter, sondern um Dr. Triss, einen jungen, sportlichen und gebildeten Experten im Bereich für humanoide Anomalien, Biologie und Anatomie. Mal wieder schmeichelt ihm ein hohes Mitglied der Foundation. Byrns verdrehte die Augen
„Jemand sollte diesem Wichtigtuer Mal zeigen, wie gesittete Forschung hier abläuft."

Es ist spät. Ein Großteil des Forschungspersonal hat bereits ihren Posten verlassen, lediglich das Sicherheitspersonal ist in allen Ebenen anwesend. Byrns sieht seine Chance. Triss hat sein Labor gerade verlassen und macht sich auf den Weg zur Toilette.
„Endlich.", flüstert Byrns gehässig vor sich hin.
Er schleicht sich gebückt Richtung Labor, zu den Unterlagen von Triss, zückt einen Kugelschreiber und fängt an diese zu sabotieren.
„Halt!", kommt aus Byrns Mund, als er die noch offenen Chemikalien von Triss sieht.
Byrns weiß genau, welche Mischung eine kleine, aber nicht zu riskante, Sauerei verursachen könnte. Er macht sich ans Werk, setzt Schutzbrille auf und schüttet einige Chemikalien zusammen.
„Nein! Nicht doch!", ertönt eine laute Stimme von der Tür.
Dr. Triss sprintet zu Byrns, wirft ihn regelrecht um, und versucht ihm das Gefäß aus der Hand zu schmeißen.
„Was machen sie denn da?!?"
Hastig schlägt Byrns ihm ins Gesicht, rafft sich auf, schmeißt sich gegen die Tür und rennt hastig Richtung Korridor. Angekommen sackt Byrns zu Boden.
„Was hab ich mir dabei gedacht!", überlegt er nicht mehr so selbstbewusst.
Niedergeschlagen bewegt sich Byrns zurück Richtung Labor.
„Hoffentlich habe ich ihn nicht verletzt", dachte er sich.
Vor dem Labor zückt Byrns noch einmal seine Zugangskarte.
„Triss geht es dir gut?" ruft er.
Ein rotes Lämpchen erscheint.
Zugriff Verweigert.
„Triss? Ich kann verstehen wenn du sauer bist." Erneut: Zugriff verweigert.
Es wurde dunkel. Und still.
Obwohl plötzlich ein Geräusch zu hören war, als würde man Fleisch an Fleisch reiben.
Das ging eine kurze Zeit so weiter und plötzlich wurde es wieder still.
„Du willst dich also an mir rächen?", fragt Byrns in die Dunkelheit.
Nun war es verdächtig still.
Byrns versucht sich zu orientieren und bewegt sich zu dem letzten funktionierenden Lampen im Raum, die unregelmäßig zu flackern begannen.
Als er sich umdrehte war es bereits zu spät.
Triss stand hinter ihm, doch war sein gesamter Torso von bandartigen Strängen umklammert.
Er wurde in die Dunkelheit gezogen und das letzte, dass Dr. Byrns noch erkennen konnte, war sein mit Strängen umhülltes Gesicht. Angst. Reines Entsätzen, bevor schließlich nur noch sein Auge zu sehen war.
Die Hände griffen ein letztes mal in Richtung Freiheit.

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