MTF Rena Geschichte

Arbeitstitel: Bist Du Jetzt Foundation?
Tag: are-we-cool-yet, geschichte, (mtf-seher)

1. Es kommt zu einem Ereignis oder einer Reihe von Ereignissen oder Umständen, die Loewen animieren mit AWCY in Kontakt zu treten. Das kann eine Art Rache an der Foundation sein, Neugier, Übermut, oder sonstwas. Sollte damit enden, daß sie Kontakt mit AWCY bekommt

3. Johan denkt gerade über die Diagnose der Psychologin nach (damit wird das gleich erklärt), als es zum Zwischenfall durch AWCY kommt. Das MTF wird mit der Rettung von anderem Personal beauftragt. Sie teilen sich auf, er trifft auf Loewen die sich einen Fuß verstaucht hat, weshalb sie nicht fliehen konnte. Er trägt sie - recht unbequem und grob - hinaus. In seinem Kopf findet eine Mischung aus Schrecken, Erregung, Gier und Abscheu statt.

Grom: Sorry, ich bin noch nicht dazu gekommen das zu lesen. Ich würde sagen er leidet jedenfalls unter Stress der für MTF Mitglieder vermutlich normal ist, unter den Dingen die er gesehen hat, daran daß er die Witzeleien seiner Kollegen zu ernst nimmt und er ist ein bisschen einsam, auch wenn er Freunde hat. Ich würde sagen wir verpassen ihm nichts chronisches, ich könnte ihn zwar vermutlich depressiv schreiben, ich weiß so einiges über Depression, aber das passt nicht rein. Das Ganze was da läuft sollte sich mMn vor den Augen des Lesers entfalten

Die Rettung von Sarah? Du könntest bis dahin schreiben wo sie stürzt und er sie aufhebt und davon trägt, dann passt mein Rückblick aus den Erinnerungen

Es würde ja reichen zu erwähnen, daß sie völlig überrascht ist, von […] eine Nachricht zu bekommen, und dann auch noch auf ihren Arbeitscomputer. Andererseits könnte dem Ganzen eine belanglose Unterhaltung vorweggehen, die mit "hey, ich will dir was zeigen, geht um unser nächstes großes Projekt. Das dürfte was für dich sein ;)" und einer Datei die über den Messenger verschickt wird endet

Sarah Loewen sah skeptisch auf den mit Farbklecksen und kitschigen Ornamenten bedeckten Briefumschlag.
Wer schreibt heute noch Briefe!, fragte sie sich, und nach Ölfarben riecht er auch.

Sarah zerknüllte den Brief und wollte ihn zusätzlich anzünden, doch wahrscheinlich würde dann ihr alles um die Ohren fliegen. Wieder mit einem Seufzen steckte sie den Papierball in ihre Jackentasche.
Laut knitternd öffnete sie das Papier mit der Karte. Sie hatte im Netz nach ihrem Zielort gesucht, was natürlich nicht leicht war. Wenigstens konnte sie mit einem erträglichen Aufwand dort hinfahren. Und eine Strasse gab es auch.


Sarah Loewens Stiefel machten ein dumpfes Geräusch auf dem kalten Boden des langen, kalten Ganges des unterirdischen Standorts. Die Frau, die bei der Kontrolle saß, sah gelangweilt ihre Nägel an. Für einen Außenstehenden sah sie wie eine klassische Sicherheitsverantwortliche aus.
„Guten Morgen“, begrüßte Sarah die Wache mit einem Lächeln.
Die Wache schielte rüber. "Guten… Tag", nuschelte sie, "Bitte, legen Sie alle Wertsachen in… Waren Sie schon mal an einem Flughafen? Ja. Dann wissen Sie die Prozedur."
Während Sarah ihre Schuhbändel entwirrte, nahm die Sicherheitsperson einen Metalldetektor aus einer Schublade hervor.
„Bitte gehen Sie durch die Schranke. Gut. Hier sind Ihre Wertgegenstände. Und viel Glück.“
„Danke.“


„Willkommen, willkommen, bei uns, Frau Loewen“, der Laborkittelträger, der sie mit einem Lächeln begrüßte, hatte wirres Haar und sein Brille wirkte nicht besonders stabil. Seine fast dürre Statur ließ ihn kleiner wirken, als er war.
„Mein Name ist Dr. Stephan Faust und Sie hatten doch hoffentlich keine Schwierigkeiten.“
„Nein, alles lief gut.“
„Das höre ich gerne. Warten wir nur, bis meine werte Kollegin Peterson auch noch zu uns stößt. Ah, da kommt sie schon.“
Die Agentin wirkte müde und außer Atem. Ihr Haar war kürzer und dunkler als das von Sarah. Bevor sie sich vorstellte, warf sie einen nicht eindeutigen Blick zu Dr. Faust.
„Wahrscheinlich hat Dr. Faust Ihnen schon sehr herzlich Willkommen geheißen. Ich bin Alice Peterson, Mitglied von der Einheit 38-Rena. Haben Sie schon Zeit gehabt, zu essen?“
Sarahs Bauchregion reagierte mit einem begeisterten Knurren.
„Nein, die Reise war lang“, ergänzte Sarah verlegen lächelnd.
Dr. Faust und Peterson lachten.

Sarah war für die Strecke, die sie auf dem Weg zur Cafeteria waren, zwischen dem Forscher und der Agentin fast eingeklemmt. Auch sprachen die beiden nur mit ihr und wechselten nur stockend Worte miteinander. Sarah war zu sehr von all dem Neuen abgelenkt, als dass ihr das auffiel.
Sie kamen an zwei Türen vorbei, die mit den verschiedensten Symbolen und Warnhinweisen zugepflastert waren. Darüber stand als Erklärung ‚Trainingszentrum‘. Aus eben diesem Raum kam ein blonder, junger Mann. Sowohl seine Haltung als auch Mine zeigten, dass er nicht gerade gut abgeschnitten hatte beim Training.
„Ah. Hallo, Johan. Hat Frau Hauptmann Singh an Dir etwas vorgezeigt?“, Dr. Fausts freundschaftlicher Spott spielte offenbar auf die Tatsache an, dass der junge Agent nicht zum ersten Mal von seiner Chefin auf die Matte geschickt wurde.
Dieser stapfte, nur einen flüchtigen Blick auf Sarah werfend, an den dreien vorbei.
Peterson wollte sich für das kühle Verhalten entschuldigen: „Nimm es ihm nicht übel. Er ist ehrgeiziger, als es für ihn gesund ist.“
Sarah hätte schwören können, dass sie ein verächtliches Schnaufen von dem Agenten vernehmen konnte, von dem sie gerade sprachen.
Sarah konnte nicht verhindern, Mitleid mit dem jungen Mann zu haben. Er schien es nicht leicht zu haben, so wie die Chefin ihre Launen an ihm ausließ.
Wieder schwangen die Türen auf. Eine Frau in den Vierzigern und Abzeichen auf ihrer Jacke, ein Riese von einem Mann, eine weitere Agentin (Sarah vermutete dies wegen der ähnlichen Ausrüstung von Peterson) und eine Frau in einem Kittel, die Sarahs Aufmerksamkeit auf sich zog, kamen heraus. Sie hatte eine Brille, die etwas schief auf der Nase sass, und ihre karottenfarbenen Haare standen etwas auf. Ihre Augen hatten das gleiche Strahlen, das sie auch in denen von Dr. Faust gesehen hatte.
„Ich verstehe jetzt, warum Johan diesmal besonders geladen war, wenn er sich vor so vielen Frauen nicht verteidigen konnte“, meinte Faust, als noch eine Frau herauskam, die ein Klemmbrett und eine Jacke mit Hemd trug.
„Sie liegen wahrscheinlich richtig, Dr. Faust. Und Sie, meine Liebe, sind sicher Frau Loewen“, die Frau in der Jacke streckte zur Begrüßung die langfingrige und filigrane Hand aus, „Ich bin Dr. Sand, Psychologin an diesem Standort.“
Die Vierzigjährige stellte sich als Hauptmann Singh vor, die den riesigen Dr. Sturm und die Agentin Austin, sowie Johan Fray gerade über neue Selbstverteidigungstechniken informiert hatte.
„Zu Gast waren Dr. Sand und …“
„Ich bin Dr. Faust Assistentin von Dr. Lichtenfeldt“, unterbrach der Rotschopf die MTF-Leiterin.
Daher die ähnliche Ausstrahlung.
Dr. Faust meinte: „Frau Loewen kommt kaum vom Fleck, wenn sich alle paar Meter ein Mitglied des Standortpersonals vorstellt. Aber lassen wir die hungrige Löwin zu ihrem Abendmahl kommen.“

Nachdem Sarah sich durch drei verschiedene Sandwiches durchgearbeitet hatte und noch viele weitere Personen kennengelernt hatte, ließ sie sich auf das Bett in einer der Gästeunterkünfte fallen.
Es war verwirrend, wie nett das Personal ihr gegenüber war, aber das würde ihr sicher helfen, nicht so schnell Heimweh zu verspüren.
Sie rollte sich zur Seite, um die Akte vom Nachttisch zu fischen.
Sarah las die Zeilen laut vor: „…würden Sie gerne einladen, uns bei der Erforschung einer Anomalie einer Parakünstlerin zu unterstützen. …“
Einige Akten waren beigelegt. Außer bestimmten Ausschnitten war es fast absurd, sie beizulegen, da gefühlt 90% mit schwarzen Balken zensiert wurde. Sarah versuchte ihr Bestes, den Rest zu entziffern und sich alles zusammen zu reimen.
Als ihr Wecker halb Elf anzeigte, kam sie dem Wusch ihrer Augenlider nach, indem sie sie schloss und kaum zwei Minuten später war sie schon in einen tiefen Schlaf gefallen.



Johan sass schweigend auf der Sitzgruppe in Dr. Michaela Sands Büro, zwischen sich und Dr. Sand einen scheusslichen kitschigen Couchtisch. Die Psychologin hatte sich kurz erhoben, um ihm einen Platz anzubieten, ‚thronte‘ ihm gegenüber in ein Drehsessel, den die Foundation aus einer billigen Hollywood Produktion ausgegraben hatte.
„Wussten Sie, dass ich mich sicher schon dreimal bei der Standortraumdesigner beschwert habe, dass diese Stühle kontraproduktiv sind?“, Sie schaute zu ihm herüber, zurücklehnen, hin und her drehen. Sie schwieg wieder. Das machte sie immer: Zu erst Geplauder, dann schweigen. Es war eine Routine geworden, seit ihrem ersten Termin. Mit jeder Sitzung viel es ihm leichter, aber trotzdem blieb die langen Pause, bevor er den Mund aufmachen konnte. Sie spieltet mit, ja dass sie sogar froh war, mal keinen so gesprächigen Forscher wie Faust oder eine verschlossene und abweisende Dr. Ainsworth (Ernsthaft, was war mit der Frau?). Nichts desto trotz mochte er es überhaupt nicht herzukommen. Es fühlte sich einfach nur gezwungen an und jede Minute reute es ihn, hier drin zu sitzen. Sie schwiegen fast die ganze Zeit. Ein Schweigen, dass ihn zwangen, etwas zu sagen, nur damit es nicht mehr so ohrenbetäubend still war. Ob sie ihn nur Raum lassen wollte oder sie ihre einfach bei allen es ausprobierte, konnte er nicht einschätzen. Auch wenn er nach einer Sitzung sich leitet fühlte, wenn er mal mit etwas rausrückte, dass ihn quälte, war der Weg dorthin immer sehr nerven aufreissend. Schauen, dass er den Termin einhielt. Er fand an dem Tag fast das Büro nicht, weil ihm vor Nervosität fast schlecht war. Er liess sich immer fall, wenn er dann endlich da war. Da er kaum daran denken mochte, überlegen was er sprechen könnte, versuchte Johan in der Sitzung zu improvisieren. Als seine Verkrampfung sich nach dem Minuten der Qual löste, fing er stockend an, von so simplen Dingen zu erzählen, was seine Kollegen in letzter Zeit gesagt hatten. Er wusste nicht wieso er der Psychologie überhaupt damit belästigte.
„Wollen sie darüber sprechen, warum sie das beschäftigt? Sie scheinen über die Aussagen Ihrer Kollegen stark nachzudenken“, Dr. Sand lächelte um ihn zu ermutigen. Johan fühlte sich noch schlechter, dass sie versuchte einen Zusammenhang in seinem Gestotter zu sehne. Er erinnerte sich mal, dass sie vorgeschlagen hatte eine Liste zu machen, von Situationen, wo er sich unsicher gefühlt hatte. Er hatte kaum vier grade Sätze aufgeschrieben und sie hatte es nicht weite forciert.
„Wollen wir über ihren Einsatz letzten Dienstag sprechen? Mich würde es auch mitnehmen, wenn mir dass geschähen würde.“
Sie wechselte schnell das Thema, wie als langweile sie sich. Wieder ein Stich in seinem Herz, weil keine von der Lehrbuch-Tricks der Psychologen funktionierten.
„Was denken Sie über mich?“
Johan wurde aus seiner Gefühlswolke gerissen. „Wie bitte?“
„Ich meinte: Denken Sie über unsere jetzige Situation? Denken Sie es hilft Ihnen?“
Ein Alarm erklang. Johan sprang auf, nicht erleichtert, sondern von Furcht erfüllt. Aus einem Reflex sah er zu Dr. Sand. Sie machte eine Geste, dass die Sitzung nicht wichtig ist und dass er sich nicht um sie kümmern soll, wenn jetzt die Hölle ausbrach.
Er schwang die MTF-Weste auf seinen Rücken, die er in einer fliessenden Bewegung anzog.
Er war schon aus der Tür als von links mindestens zehn andere MTF-Soldaten entgegen kamen.
„Was ist los?“, schrie Johan über die Sirene.
Johan bekam eine Antwort, konnte aber nicht identifizieren von wem: „Genau wissen wir es nicht, aber es ist ein Angriff auf den Standort-DE38. Wir haben keine Zeit um Verstärkung zu rufen. Schadensbegrenzung ist momentan das wichtigste!“
Der ältere Hauptmann Spijl hielt eine Funkgerät in der Hand.
„Auge, hören sie mich? Wir haben Fray bei uns. … Ja … Nur Sektor C/- … Auch die eine der Personabteilungen?!? Gut.“
Nach dem noch drei, vier andere Personen zu ihnen stiess hielt die Truppe an einer Kreuzung mit Lift an. Hauptmann Spijl, als ältester sowohl als Person als auch vom Fach, teilte sie in vier Gruppen auf.
„… Fuchs und Fray gehen zum Ostflügel, wo der Angriff entdeckt wurde. Findet heraus, was dort los ist und rettet die Überlebende. Wenn jemand nicht auf hundert Meter nach Foundation Personal riecht, nehmen Sie ihn fest, wir fragen später. Nun los!“

Normalerweise hätte sich Johan gefreut, wenn er mal nicht mit Singh und Austin um sich gehabt hätte, aber dies war nicht ein ‚Normalerweise‘.
Er hatte mit Fuchs, Wiesel und von Wald abgemacht zu erst ihre vollständige Schutzausrüstung zu holen, da immer noch nicht klar war, was genau sie antreffen würden.

Die Anomalie hatte relativ wenig von Standort befallen. Wobei ‚wenig‘ für einen Standort wie DE38, der fast überall sich abriegeln konnte, etwas das nach zwei schweren Eindämmungsbrüchen von Realitätsbeugern auf O4-8 Geheiss eingerichtet wurde, immer noch viel war.
Wie eine Wucherung frass sich die realitätsverändernde Paranormalie durch die Gänge und war jetzt dabei sich Stück für Stück aufzulösen. Was sich der Rettungstruppen bot war zwar nicht das erwartete Blutbad, aber Körper und Objekte, die wie kubistische Gemälde bizarr abstrahiert wurden. Es war sofort klar, dass AWCY? oder vielleicht sogar GAW etwas zu tuen hatte, auch wenn niemand sagen konnte woher es kam. Was aber Sorgen bereitete, war die Tatsache, dass die deutschsprachigen Zellen sonst sehr friedlich waren. Die zwei grössten bekannten Zellen Neo-Dada und A.L.P., bei letzteren war sich die Foundation nicht sicher ob es eine oder mehrere Personen sind, waren so harmlos, dass abgesehen von einzelnen Vorfälle der deutsche Zweig sie in Ruhe liess. Selbst wenn eine anomale Version von Strubelpeter von „De Vereniging van de Waarachtig Getekende Kunst“, einer Splittergruppe aus anomalen Comiczeichner in Belgien, auftauchte, war es mehr ein Höhepunkt als ein Ärgernis. Auch fiel das Fehlen des Slogesns oder einer anderen Botschaft auf, das so typische „Und, Sind Wir Jetzt Cool?“, wie als wollte niemand die Lorbeeren ernten. Man musste kein Experte sein um misstrauisch zu werden, dass es hinten und vorne nicht passte.
Doch momentan war Johan mit anderen Ding als irrationalen Parakünstlern beschäftigt. Die Gruppe hatte sich aufgeteilt nach dem die anderen MTF-Agenten zu ihnen gestossen waren, nach Sicherung ihres Sektors. Die Stille beunruhigte Johan mehr und mehr, wie um etwas unerwartetes zu weichen. Auch biss ihn ein unbekannter Geruch in seiner Nase. Es war wie eine Mischung von einem heisslaufender Computer und … muffiger Farbe? Der Mundschutz filetierte zum Glück vieles. Er war so froh, dass die Forschungsassistentin Bauman ihm diesen Filter besorgt hatte.
Da, ein Stöhnen, das nur paar Meter von dieser Ecke kam. Er lief zur Geräuschquelle, auch wenn es eine Falle sein könnte. Eine junge Frau mit zerzausten Haaren sass auf dem Boden und ihren Knöchel haltend. Johan erinnerte sich wage von Faust oder jemand anderen gehört zu haben, wer sie war, Sasha Löwen oder so in der Art.

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