Geist im Gitter
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SCP-XXX-DE

Objekt-Nr.: SCP-XXX-DE

Klassifizierung: Euclid

Sicherheitsmaßnahmen:

SCP-XXX-DE muss in einer 5 x 5 x 6 Meter messenden Zelle eingedämmt werden, wobei die Wand-
stärke mindestens 3 Meter betragen muss. Die Wände dürfen unter keinerlei Umständen aus Metall bestehen. Nur ein Zugang in Form eines 7 Meter langen Ganges ist vorgesehen, der zu jeder
Zeit von zwei Einheiten des Wachpersonals (Klasse C) gesichert werden muss. Das Personal muss mit leistungsstarken thermischen Waffen ausgestattet sein, in deren Wirkungskreis eine Temperatur von 1600° C erreicht werden kann. Weiterhin muss vor dem Zugang ein Operationsterminal zur Überwachung der technischen Apparaturen sowie ein Ganzkörper-Metalldetektor eingerichtet sein. Innerhalb der Zelle muss ein starkes Magnetfeld (min. 40 Tesla) aufrecht erhalten werden, um die physikalische Komponente von SCP-XXX-DE bewegungsunfähig zu halten. Die sechs zur Erzeugung des Feldes benötigten Spulen müssen mit Zylon-Kunststofffaser verkleidet sein und in einem Flüssigstickstoffbad liegen. Dieselbe Anzahl Spulen muss als Backup-System installiert sein. Die entsprechenden Bauteile der Feldgeneratoren sind zu jeder Zeit die einzigen erlaubten Metalle in der Umgebung von SCP-XXX-DE. Zudem muss das Bannzeichen „Seele“ (siehe WKZ/6397/3) an den Wänden, Boden und Decke angebracht und für den Fall zufälliger psychischer Entladung regelmäßig erneuert werden, um den esoterischen Teil von SCP-XXX-DE festzuhalten. Reines Auftragen der Symbole ist ausreichend. Wartungspersonal ist angewiesen Kunststoffanzüge zu tragen und muss vor Beginn der Tätigkeit auf metallischen Besitz überprüft werden.

Anmerkung: Das ist wichtig! Aber das sollte nach dem vom Personal so launig „fliegendes
Implantat“ genannten Vorfall wohl klar sein. - Dr. Senger

SCP-XXX-DE-1 wird in einer Standard-Sicherheitseinheit Stufe 3 gelagert, Zugang durch Dr.
Senger oder höhere Freigabe.
SCP-XXX-DE und SCP-XXX-DE-1 lagern momentan in Standort DE17, Ebene 3. Anfragen aller Art an Dr. Senger, ebendort.

Anmerkung: Aufgrund der potentiellen starken Hitzeentwicklung der thermischen Waffen wurden Eingang und Zugang zu SCP-XXX-DE am 20.1.199█ mit Platten aus keramischem Verbundstoffen verkleidet. - Dr. Senger

Beschreibung:

SCP-XXX-DE-1 besteht aus 381 zylindrischen Stahlstangen ( C-Gehalt 1,4%, schwankend ) mit einem Durchmesser von 2,6 Zentimetern. Die Länge der Stäbe variiert zwischen 1,97 Metern und 4,2 Zentimetern. Sämtliche Teile zeigen Bearbeitungsspuren. Standarduntersuchungsprotokolle inklusive clarus/obscurus und in die/noctu Tests mit verschiedenem Klasse D Personal ergaben eine Psychochreaktivität von ████ und eine Ektokapazität von ████. Keine Manifestationen und keine Beeinflussungen wurden festgestellt.
Das Ergebnis zeigt deutliches anormales Potential, jedoch weit unter Sicherheitsschwelle. SCP-XXX-DE-1 wird als SICHER eingestuft.

SCP-XXX-DE ist ein 1,84 Meter großes humanoides Konstrukt, dass aus Teilen von SCP-XXX-DE-1 hergestellt wurde. Das momentane Gewicht beträgt 155,3 kg, das errechnete Gewicht in vollständiger Konfiguration beträgt ca. 370 kg. SCP-XXX-DE kann sich bewegen und in vollem Lauf Geschwindigkeiten bis zu etwa 45 km/h erreichen, wobei sich sämtliche Verstrebungen und stilisierte Gelenke wie organisches Material verhalten,ohne die für Stahl typischen Charakteristika einzubüßen. SCP-XXX-DE zeigt keinerlei Anzeichen metabolischer Vorgänge. Das Konstrukt kann mittels schwerer physischer Gewalt beschädigt werden, abgetrennte Teilstücke werden aber sofort „reanimiert“ und zurück in den Verbund aufgenommen; ebenso wird auch Fremdmetall, welches nicht zu SCP-XXX-DE-1 gehört, integriert und „belebt“, bis die vollständige Gestalt wiederhergestellt ist. Zusätzliche Teile werden nicht implementiert. Dieser Pseudoheilungsprozess ist auf die im Konstrukt eingeschlossene psychische Entität zurückzuführen, welche das Agens in SCP-XXX-DE darstellt (Siehe Anhang B). Größten Schaden am Subjekt richten thermische Waffen an, die eine Temperatur von über 1400° Celsius (ungefährer Schmelzpunkt der Legierung von SCP-XXX-DE) erreichen. Zerstörungen solcher Natur von mehr als 15% der Masse von SCP-XXX-DE verlangsamen das Subjekt unabhängig von der Stelle, die getroffen wurde, stark und ermöglichten in der Vergangenheit die Inhaftnahme. Das Naturell des Objekts ist von äußerster Aggression gegenüber Menschen geprägt. Es wird versuchen, jede Person in seiner Nähe mit physischer Gewalt zu attackieren und zu töten,wobei es den Gebrauch von Werkzeugen stets dem dem der eigenen Extremitäten vorzieht, welche es ansonsten benutzt. Sämtliche verbale und schriftliche Kommunikationsversuche mit SCP-XXX-DE schlugen fehl.
Das Subjekt „erwachte“ am 14.11.200█ in████████, unmittelbar nach seiner Fertigstellung. Es verletzte A. V█████, seinen Konstrukteur, schwer. Danach bewaffnete es sich mit einem Beil, welches es aber bei der ersten Gelegenheit gegen ein Stemmeisen eintauschte.
Anmerkung: Vgl. Anhang B - Dr. Senger
Bevor das Subjekt durch ein Kommando von MTF-DE8 Gustaf, welches durch Notrufüberwachungs-
posten Venaxamodorum alarmiert worden war, gestoppt werden konnte, tötete es 17 Personen und verletzte weitere 28 Individuen.
Die dem Vorfall zugeteilte Abteilung von MTF-DE8 Anton war später in der Lage, den Ablauf des Vorfalls bis zu seinem Ursprung in der Werkstatt von A. V█████ zu rekonstruieren.
V█████ wurde in Gewahrsam genommen, in eine medizinische Einrichtung der Foundation verbracht und vorerst keinem Amnestika-treatment unterzogen. (Siehe Interview A) Zeitgleich wurde SCP-XXX-DE-1 sichergestellt und zu Standort DE17 verbracht. A. V█████ wurde mit negativem Ergebnis auf PSI-Fähigkeiten überprüft.

Interview A:

Gesprächsprotokoll der Befragung von A. V█████ durch Agent Beekmann MTF-DE8 Anton/7588/1 am 29.11.200█. Der Befragte wurde zuvor leicht sediert und in gelöste Stimmung versetzt.

Agent B: „Guten Tag Herr V█████. Wie fühlen Sie sich?“

V: „Besser. Es verheilt langsam. Juckt. Ist das hier eine Anstalt?“

B: „Wie kommen Sie darauf?“

V: „Weil ich glaube, dass ich verrückt bin. So abgefahren ist das.“

B: „Bitte beschreiben Sie mir möglichst knapp, wie das da passiert ist.“

V: „Nochmal? Also… ich schweiße das letzte Teil so an der Stirn, (Subjekt zeigt auf die eigene Stirn) also die letzte Linie, wenn Sie so wollen an…. da drehen sich die Augen und sie schaut mich direkt an. Dann knirscht es und schon fliege ich durch die Luft.

B: "Und dann?"

V: „Ich bin hier und hier verletzt und es blutet schlimm. Das hab ich doch schon…“

V: „Wie kamen Sie dazu, diese Figur zu schaffen?“

V: „Ich bin Künstler. Davon lebe ich, verstehen Sie?“

B: „Natürlich. Gab es vor dem… Vorfall irgendwelche andere ungewöhnliche Vorkommnisse?“

V: „Ja… ich hab ja mehrere Wochen gebraucht für die Figur… und ich wollte eigentlich eine Frau machen. Aber irgendwie wird unter meinen Händen ein Kerl draus und was für einer. Ich hatte direkt Schi… also Angst davor. (V█████ zögert kurz) Ach ja, ab und zu morgens hatte ich das Gefühl der Moloch hätte die Haltung verändert.“

B: „Moloch?“

V: „So hab ich das Ding so für mich genannt. Ich mein, ich wollte eine Sirene machen, aber es wurde ein Moloch.“

B: „Woher stammte das Material für ihre Arbeit, Herr V█████?“

V: „Tja, ich arbeite mit verschiedenem Zeug, diesmal wollte ich mal Metall ausprobieren. Und weil ich wenig Geld hatte, hab ich die Stäbe auf dem Schrottplatz in ████████ gekauft. Sahen aus als ob einer aus einem Armierungsgitter wieder gerade Stangen geflext hätte… nur größer eben.

B: „Vielen Dank und weiterhin gute Besserung, Herr V█████. Ein Arzt kommt gleich nach Ihnen sehen.“

Anhang A

Agent Beekmann begab sich am 30.11.200█ zu dem von V█████ genannten Altmetallhändler nahe ████████.
Der Agent traf dort den Besitzer an. Nach Vorzeigen der Polizeimarke des Agenten zeigte der Mann sich kooperativ, obwohl er der Meinung war, er würde wegen Diebstahls zur Rechenschaft gezogen werden. Er gab zu, SCP-XXX-DE-1 aus dem Gefängnis ██████ in ████████ entwendet zu haben, bevor dieses vollständig abgerissen werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt existierte von dem Komplex nur noch ein Gebäude, der Hochsicherheitsbereich (nach heutigem Verständnis eine bessere Einzelzelle) in einem abgesonderten, einstöckigen Haus. Nach Aussage des Händlers handelte es sich bei SCP-XXX-DE-1 um die Gitterstäbe der Isolationszelle, die L-förmig zwei Wände derselben bildeten.
Agent Beekmann setzte protokollgerecht ein Amnestikum ein und übersandte später einen detaillierten Bericht (Dokument SCP-XXX-DE/19.p1) an Standort DE17.

Anhang B

Recherche von Dr. Senger

Dieser Bericht ist eine Zusammenstellung von Informationen, die aus verschiedenen digitalen, analogen und mündlichen Quellen zusammengetragen wurde.
Wegen des offensichtlichen Ursprungs von SCP-XXX-DE in SCP-XXX-DE-1 wurde im Folgenden die Historie des letzteren näher untersucht. SCP-XXX-DE-1 diente über 70 Jahre lang als Gitter einer Isolations- und Sicherheitszelle des Gefängnisses in ████████. Während der aktiven Benutzung der Zelle waren über 300 Gefangene in unregelmäßigen Zeiträumen und -spannen inhaftiert. Es ist wahrscheinlich, dass in den Anfangsjahren auch körperliche Bestrafungen, möglicherweise bis hin zur Folter Anwendung fanden. Nach Studien von Dr. ███████ begünstigen derartige Faktoren die Entwicklung paranormaler Instanzen. Es existieren allerdings in der gesamten Geschichte von SCP-XXX-DE-1 keinerlei Dokumentationen anormaler Vorgänge.
Dennoch ist die Aufspeicherung des Potentials mit höchster Wahrscheinlichkeit auf ein signifikantes
Ereignis zurückzuführen:
Am 25.3.194█ wurde Lorenz S████ in Erwartung seines Prozesses in die obengenannte Zelle verbracht. Ihm wurden acht Morde angelastet, die er zu diesem Zeitpunkt bereits gestanden hatte. Er handelte offenbar ohne erkennbares Opferschema; beispielsweise tötete er zwei Mädchen von elf, bzw. zwölf Jahren in einem Waldstück und einen 57jährigen Mann in dessen Keller. Gemein sind den Verbrechen nur die Brutalität und die Tatwaffe, mit der sie begangen wurden, einem scharfen Stemmeisen. Hier zeigt sich eine derart frappierende Übereinstimmung mit SCP-XXX-DE, dass eine Koinzidenz praktisch ausgeschlossen ist. S████ versteckte die Leichen seiner Opfer nicht, er stahl nicht deren Besitz und es kam zu keinerlei sexuellen Übergriffen vor oder nach den Morden. Eine Durchsuchung seiner Wohnung offenbarte ebenfalls keinerlei Indizien, sodass S████ Motivation wohl für immer ungeklärt bleiben wird.
In der Nacht vom 25. zum 26.3.194█ durchschnitt S████ sich die Kehle mit dem eigenen Daumennagel (Aussage ungesichert). Während des Verblutens praktizierte er den eigenen Kopf bis zum Jugulum zwischen die Stäbe von SCP-XXX-DE-1. In dieser Position wurde der Leichnam vom diensthabenden Wachmann bei dem nächsten Kontrollgang entdeckt.
Es scheint so, als seien Verhaltensmuster, möglicherweise sogar das Bewusstsein von S████ auf SCP-XXX-DE-1 übergegangen. Weitere Forschung an SCP-XXX-DE könnte in Zukunft Möglichkeiten der Erhaltung komplexer (mentaler) Informationen ohne herkömmliche foundationübliche CLING- Datenspeicher ermöglichen.

Abschlussnotiz

Nachdem klar bewiesen worden war, dass SCP-XXX-DE-1 weder Einfluss auf Umwelt noch auf Objekte ausübt und SCP-XXX-DE keine den Verstand manipulierenden Fähigkeiten aufweist, abgesehen von der möglichen (und nicht bewiesenen) einmaligen Beeinflussung von A. V█████, wurde am 12. 4. 200█ die Objektklasse von KETER auf SICHER bzw. EUKLID heruntergestuft. Ich wiederhole deshalb nochmals, was ich auch schon auf dem Dienstweg eingegeben habe: Es sind KEINE weiteren unangemeldeten Besuche des Kollegen von der Faust-Gruppe mehr vonnöten. Wir haben alles unter Kontrolle. - Dr. Senger

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