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Gegeben dem fragmentierten Wesen von GoI-004 ist es schwierig eine übersichtliche Zeitlinie von Ereignissen, die die Church involvieren, zu bestimmen. Widersprüchliche Informationen bezüglich deren Ursprüngen, hauptsächlichen Doktrinen, wichtigen Persönlichkeiten und geschichtlichen Entwicklungen werden mit jeder Razzia auf feindliche Zellen gesammelt. Die rückwirkende Anerkennung von unverwandten Kulten als Vorgänger der Church stellt ein signifikantes Problem für Foundation-Historiker dar.

Was folgt, ist eine kurze Zusammenfassung der Informationen bezüglich der Geschichte der Church anhand von Quellen, die die Foundation gegenwärtig als die zuverlässigsten betrachtet. Sie wird als eine Richtlinie beim Umgang mit Mitgliedern der GoI oder mutmaßlichen Artefakten aufgefasst, jedoch haben sich Foundation-Agenten und Forscher immer in Erinnerung zu rufen, dass sie unvollständige Kenntnisse darstellt, die mit jeder neuen Entdeckung der Erweiterung oder Berichtigung unterworfen ist.

Die Anomale Kulturgruppe von Xia

Jüngste archäologische Funde von antiken anomalen Stätten haben eine Verbindung zwischen der antiken Xia-Dynastie (eine legendäre Dynastie, die China von 2100 bis 1600 v. Chr. beherrschte, von welcher es keine nicht-anomalen Befunde gibt) und dem Kult des Broken God nachgewiesen.

Die Kulturgruppe von Xia praktizierte eine dualistische Religion, bei der sie Entitäten, die als Vater-Schlange Fuxi (äquivalent zu dem Broken God) und Mutter-Drache Nüwa (äquivalent zu der Sarkischen Gottheit) bekannt sind, über alle Götter verehren. Gelehrten wurde nachgesagt, dass sie „Den Weg der Schlange” ausüben und Mitglieder der Kultur unterzogen sich im Alter von zwölf Jahren Transformationen zu schlangenartigen Körpern, denen nachgesagt wurde, dass sie „dem Körper des Drachen“ gleichen. Diese anomalen Transformationen zusammen mit der anachronistischen Technologie, die aus archäologischen Fundstätten geborgen wurden, bestätigen die Xia-Dynastie als die erste anomale Zivilisation der aufgezeichneten Geschichte. Laut der Xia-Kosmologie kämpften Fuxi und Nüwa miteinander, nachdem sie die Menschheit erschaffen hatten, was schließlich damit gipfelte, dass Fuxi sich in den „Großen Messingkäfig” verwandelte, um Nüwa einzusperren. Während die Verehrung von Fuxi Vorrang gegenüber der Verehrung von Nüwa hatte, sah die Kulturgruppe von Xia die Wiederzusammenfügung von Fuxi als ein Ereignis, das es um jeden Preis zu vermeiden gilt, da es Nüwa aus ihrem Käfig befreien und zum Ende der Welt führen würde.

Der Dynastie wird nachgesagt, dass sie mit dem Gelben Kaiser begonnen wurde, eine legendäre Persönlichkeit, die als der Urheber der chinesischen Zivilisation angesehen wird und welche die zeitgenössischen Anhänger von Fuxi und Nüwa besiegte. Durch ihre Geschichte hindurch ging die Xia-Zivilisation Konflikte mit anderen Zivilisationen ein, wie die bereits erwähnten Kulte, die Ortothanische Zivilisation, die zukünftige Shang-Dynastie und [ZENSIERT].

Die Kulturgruppe von Xia war merklich fortgeschrittener als jede andere zeitgenössische Zivilisation: Sie entwickelte Konstrukte, die Rechengeräten ähnlich waren, bis hin und einschließlich künstlicher Intelligenz, ebenso ein Schriftsystem, das höher entwickelt war als das der zukünftigen Shang-Dynastie, und sogar Realitätsbeugungsapparate. Sie waren versierte Schmiede, besonders von Bronze und einer Beryllium-Bronze-Legierung, die in verschiedenen anomalen Objekten zu finden ist. Die Eigenschaften dieser Legierung werden gegenwärtig erforscht. Aufzeichnungen deuten an, dass die Xia-Kultur Methoden für interstellare Reisen entwickelt haben. Ob diese konstruiert wurden, theoretisiert wurden oder etwas ganz anderes waren, wurde noch nicht ermittelt.

Die Xia-Dynastie fand im Anschluss eines Konflikts mit Kreaturen, die als „Goldkrähen” identifiziert wurden, ihr Ende, welche alle materiellen Zeugnisse von deren Existenz außer wenigen anomalen Standorten, Objekten und Organismen zerstörten. Informationen über sie bestehen durch Legenden der umliegenden und nachfolgenden Kulturen und es bestehen Aufzeichnungen über die fortgeführte Existenz von Überlebenden als Wächter der vergessenen Geschichte.

Für mehr Informationen über die Anomale Kulturgruppe von Xia siehe Dokument 2481.

Das Mekhanitische Reich

Umfangreiche Zeugnisse wurden über die Präsenz von Broken-God-Kulten im mykenischen Griechenland gesammelt, eine griechische Zivilisation, die die Jahre 1600-1100 v. Chr. umspannte. Der Broken God wurde bekannt als Mekhane1 und nach gewisser Zeit wurde der Kult mächtig genug, um ein Mekhanitisches Kaiserreich zu gründen, welches etwa von 1200 v. Chr. bis 1000 v. Chr. existierte.

Das Mekhanitische Reich war ein stark zentralisierter theokratischer Staat mit keiner Differenzierung zwischen der Position des politischen, religiösen und militärischen Führers. Der Staat behielt die Kontrolle über die Produktion von Gütern bei, besonders von der metallurgischen Industrie, welche er als heiliges Handwerk betrachtet. Das Reich hatte feste Handelsbeziehungen mit Ägypten, Assyrien und Kanaan. Dessen aggressive Wirtschaftspolitik, Missionierungspraktiken und Flottenstärke machte es zu einem der mächtigsten Staaten seiner Zeit, jedoch gaben sie ihm auch einen schlechten Ruf unter den zeitgenössischen Staaten.

Das Mekhanitische Reich brachte der Broken-Church-Theologie verschiedene wichtige Konzepte ein, das wichtigste davon wäre die Etablierung der Wiederzusammensetzung des Broken God als das höchste Ziel der Church. Schriftliche Aufzeichnungen dokumentieren schon um 1154 v. Chr. die Veränderung von einer primär deistischen Religion zu der gegenwärtigen Apotheose-Doktrin. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass das früheste bekannte Dokument, das diese Doktrin vorschlägt, den Broken God „Wan”2 nennt.

Die Beziehungen zwischen dem Mekhanitischen Reich und zeitgenössische Zivilisationen, vor allem den Daeviten und den Sarkisten, war oftmals voller Spannung, obwohl man auf Quellen von Allianzen zwischen den Mekhaniten und den Daeviten gegen das Adí-ümreich gestoßen war. Die Spannungen zwischen den Mekhaniten und dem Adí-ümreich erreichten etwa am Ende des 11. Jahrhunderts v. Chr. seinen Höhepunkt. Zeugnisse von einem Koloss, der für diesen Krieg konstruiert wurde, wurden bis zum Aralkum entdeckt. Aufzeichnungen über das Ende des Krieges weichen voneinander ab, jedoch ist man sich einig, dass, obwohl die Mekhaniten den Krieg letztendlich gewonnen haben, dieser dem Staat signifikanten Schaden erteilt hat, was kurz danach zum Zusammenbruch des Reiches führte. Artefakte aus dieser Periode wurden dann über die Jahre von verschiedenen anomalen Organisationen geborgen, die noch bis zum Siebten Okkulten Krieg wieder in Erscheinung traten.

Der Stadtstaat Amoni

Die Überlebenden des Mekhanitischen Staates erlebten nach dem Fall des Reiches ein Schisma. Ein signifikanter Anteil reiste zu anderen Ländern, in der Hoffnung neues Territorium zu finden, in welchem sie sich ansiedeln konnten. Der Rest blieb in Amoni, eine kleine Siedlung, die vom Krieg größtenteils unbeschädigt war.

Für beide Gruppen war der Zeitraum unmittelbar nach dem Untergang des Reiches von der Notwendigkeit zur Geheimhaltung definiert. Die umliegenden Staaten beanspruchten sofort die Herrschaft über das vorherige Territorium des Reiches, in der Hoffnung die Geheimnisse der Technologie der Mekhaniten zu finden. Gleichermaßen wurden die vorherigen Angehörigen des Reiches gejagt, da sie als wertvolle Informationsquelle galten. Überlebende, die nach einem neuen Ort suchten, in dem sie leben konnten, versteckten ihre Herkunft, weswegen sie oft ihre Religion heimlich praktizierten oder sie mit anderen Gottheiten verschmolzen. Es wird vermutet, dass die meisten Nachfahren dieser Überlebenden letztendlich ihren Glauben aufgaben, um gesellschaftliche Integration zu ermöglichen.

Währenddessen versteckten die Überlebenden in dem mittlerweile Stadtstaat Amoni Informationen über dessen Standort vor dem Rest der Welt, wobei sie in Eigenversorgung lebten, während sie sich von den Folgen des Krieges erholten. Es würde bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. dauern, bis sie ihren Status als einflussreichen Akteur in der regionalen Politik wiedergewinnen, hauptsächlich durch ihre fortgeschrittene Technologie. Obwohl deren gesamte militärische Stärke signifikant mit dem Fall des Reichs sank, waren Ingenieure aus dem Stadtstaat unter den anderen Zivilisationen hochgeschätzt, wodurch sie viele wichtige Verbündete erlangten, was ihnen ein Weiterführen ihrer Existenz gewährleistete.

Da er weder eine vielzählige Armee noch die Kontrolle über den Seehandel besaß, musste sich der Stadtstaat Amoni stattdessen auf die Landwirtschaft und die Produktion von einzigartigen Gütern fokussieren. Der Stadtstaat verblieb verschlossen für Ausländer, da man gegenüber Außenstehenden keine Anzeichen von Schwäche zeigen wollte, wobei der Großteil des Kontakts mit anderen Staaten vom Handel in festgelegten Häfen kam und der wahre Standort der Stadt ein Geheimnis blieb. Dieser Zustand der Isolation würde bis zur Eroberung der Römer im 1. Jahrhundert v. Chr. beibehalten werden.

Der Stadtstaat Amoni wurde tiefgreifend von den pythagoreischen Kulten beeinflusst, wobei er sich deren Glaube von der Bedeutung von Numerologie und Harmonie einverleibte. Es wird angenommen, dass die gegenwärtige gnostische Auslegung der Broken-God-Theologie ihre Wurzeln in dieser Periode haben könnte. Diese spirituellen Einflüsse führten um das 5. Jahrhundert v. Chr. zu einem merklichen Anstieg in der Produktion von Literatur und Kunst, was dies zum Goldenen Zeitalter der Mekhanitischen Literatur machte. Ähnliche Fortschritte in der Roboterkonstruktion würden bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. auftreten, was in der Schöpfung von den, wie angenommen wird, ersten Beispielen von künstlicher Intelligenz auf dem europäischen Kontinent kulminierte.

Der Stadtstaat Amoni blieb bei den meisten militärischen Konflikten zu der Zeit neutral, jedoch ist auch bekannt, dass er sowohl das Achämenidenreich im Krieg gegen die Sarkisten unterstützte, als auch zur Zeit der Punischen Kriege zumindest die militärische Ausrüstung des Königreichs Karthago stellte.

Der Stadtstaat Amoni wurde während des 1. Jahrhunderts n. Chr. vernichtet, nachdem ein Konflikt mit den Hebräern erwies, dass dessen militärische Stärke nicht länger unterschätzt werden konnte. Obwohl Anhänger der Religion übrigblieben, entstand keine zentralisierte Vereinigung bis ins 19. Jahrhundert.

Die industrielle Revolution

Die Church of the Broken God erfuhr ein Wiederaufleben während der Industriellen Revolutionen, da sie die Verbreitung von Maschinerie und Massenproduktion als ein Zeichen von Mekhanes bevorstehender Rückkehr sahen. Die verschiedenen überlebenden Zellen vereinigten sich zu dem, was wir heute als die Broken Church kennen, die die Absicht hatten das Wort ihres Gottes in die neue Ära zu verbreiten.

Zur gleichen Zeit begannen Debatten unter den Mitgliedern der Church über die Durchführbarkeit von der Umwandlung in mechanische Wesen, wobei sie nach einem „post-nibbanischen” Daseinszustand suchen3. Die Umwandlung war seit dem Fall des Mekhanitenreiches kein weitverbreiteter Brauch mehr und mehrere hochrangige Mitglieder erachteten jegliche Umwandlung, die anders war als die, die von dem damals verlorenen „Blut Gottes” gegeben wurde, als ein Hohn auf den Broken God. Es wird angenommen, dass die Spannungen innerhalb der Church von der damaligen Oligarchie verschärft wurden, da sie die Vorteile der „neuen” Religion sahen, aber sie nicht gewillt waren sich der Autorität der Church zu unterwerfen. Letztendlich führte dies zu dem ersten großen Schisma der neuzeitlichen Geschichte der Church, als mehrere Splitterzellen vom Hauptteil der Church abfielen, um Erleuchtung in den neuen Technologien während den 1840ern zu suchen.

Mit der wirtschaftlichen Unterstützung von mehreren wichtigen Fabrikbesitzern und dem Wissen der Kirchensplitterzellen wurden verschiedene Experimente über mögliche Wege der Augmentation durchgeführt. Die Splitterzellen versuchten die zeitgenössische Oligarchie weiter zu evangelisieren, wobei sie die Nützlichkeit der mekhanitischen anomalen Technologie und das Schauspiel der Augmentationen als Konvertierungsgründe hervorhoben. Obwohl nur wenige den Glauben übernahmen, wurden doch viele zu Sponsoren der aufkommenden Splitterzellen, mit der Absicht Vorteile aus deren Wissen zu ziehen. Das erhöhte Bewusstsein über anomale Technologie drohte den Schleier zu vernichten, was dann zu ersten Konflikten zwischen der damals noch entstehenden Foundation und der Church führte.

Schließlich wurde die Mehrheit dieser Zellen unter den Patriarchen der Cogwork Orthodox Church vereint, welche der wichtigste Abschnitt der Church of the Broken God am Ende des 19. Jahrhunderts wurde.

Das 20. Jahrhundert

Die Church of the Broken God begann das 20. Jahrhundert unter den stabilsten Umständen, die sie seit der Zerstörung des Stadtstaates Amoni hatten. Die Entdeckung von verschiedenen mutmaßlichen Broken-God-Artefakten durch die Cogwork Orthodoxie führte viele in den Kulten zu dem Glauben, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis der Broken God wieder zusammengestellt war. Da die Broken Church nicht gewillt war die Splittergruppe als die Vereiniger des Gottes zuzulassen, begann sie ihre eigene Jagd nach den Artefakten.

Die wichtigste Persönlichkeit in der jüngsten Church-Geschichte ist Robert Bumaro, eine mysteriöse Person, die zuerst als ein Sammler von Gegenständen dokumentiert wurde, von denen eine Verbindung mit der Church vermutet wurde. Er rekrutierte einige Vollstrecker und erweiterte die meisten von ihnen durch anomale Mittel, bis sie imstande waren mit ihrem Gott zu „kommunizieren”. Dies war ungewöhnlich für die Broken Church, da sie für gewöhnlich, anders als die Cogwork Orthodoxie, von künstlichen Erweiterungen abrieten.

Bumaro und seine Agenten waren imstande fast hundert Artefakte von mutmaßlicher Bedeutung für die Church zu sammeln, bevor sie 1943 verschwanden. Er trat 1946 wieder in Erscheinung, wonach er den Titel des Anführers der Church und des „Erbauers Gottes” beanspruchte. Bis heute verbleibt Bumaro eine hochangesehene Persönlichkeit nicht nur innerhalb der Broken Church, sondern auch unter allen anderen bekannten Konfessionen.

Ein letztes Schisma fand während den 1990ern statt, wobei Konflikte innerhalb der Church in den 1970ern angefangen hatten. Während die Technologie voranschreitete, meinten viele Mitglieder der bestehenden Kirchen, dass die Dogmen veraltet seien und dass die Church ihre Nachricht mit der Zeit anpassen müsse. Die Aufnahme von elektronischen Geräten in den Augmentationen war die Ursache für heftige Kontroversen in der Cogwork Orthodox Church, was in deren Verbot durch die Patriarchen als eine ketzerische Entwicklung gipfelte. Diese Ergänzung zu dem Schema resultierte in zahlreichen Exkommunikationen und Abfällen.

Ähnlich der Situation im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Splittergruppen, jedoch mit signifikant kleinerem Erfolg Finanzierung einzuwerben. Die meisten vereinigten sich letztendlich während der zweiten Hälfte der 1990er mit den Lehren einer Frau namens Sankt Hedwig4, um die Church of Maxwellism zu gründen. Mit geschäftlichen Verbindungen zu bedeutenden Akteuren in der anomalen Welt wie Prometheus Labs etablierte sich die Church of Maxwellism bald als eine der bedeutendsten Konfessionen der Church.

Gegenwärtige Situation

Die Church of the Broken God hat nach heutigen Stand geschätzt 300.000 Mitglieder. Es besteht ein Anstieg in Familien mit gemischtem Glaube, da der Maxwellismus versucht neuere Generationen zu evangelisieren, indem sie Populärmedien und das Internet nutzen, wodurch sie die wichtigste Bedrohung der Normalität unter den Mitgliedern der Church sind trotz eines relativen Mangels an militärischer Stärke im Vergleich zu den anderen zwei Konfessionen.

Gegenwärtige Church-Operationen konzentrieren sich auf die Rückgewinnung einer Insel vor der Küste Griechenlands. Die Gründe für dieses Interesse sind derzeit unbekannt.

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