Dr. Groms Sandkasten Nr. 3

Das hier hat nichts mit SCP zu tun, ich nutze nur die Sandbox.

Es war einmal vor etwa 200 Jahren, im Jahre 311 n.E.d.S, da herrschte in Blaufurt ein Freiherr, der hatte zwei Söhne. Einer war sein Erbe, der andere langweilte sich. Dies war der Junker Heinrich und war just in seinem achtundzwanzigsten Jahr. Er hatte bei den Hanorischen Grenzreitern einige Jahre im Range eines Leutnants gedient, und sorgte mit Getreuen, dem Ritter Kunibert von Hainbach, einem Vasallen seines Vaters, für sichere Grenzen und Straßen in Blaufurt. Doch all dies vermochte seine Abenteuerlust nicht zu stillen.

Oft war er wie auf heißen Kohlen, las Abenteuergeschichten, Legenden und Reiseberichte, und träumte davon selbst Abenteuer zu erleben. Eines Abends saß er mit dem Ritter Kunibert beisammen und beide genossen fernischen Wein, da sprach Heinrich:
«Kunibert, ich habe einen Entschluss gefasst. Ich werde mich auf ein Abenteuer begeben. Ich will die Welt sehen, nicht nur Blaufurt. Ich will etwas erleben, gegen finstere Kreaturen kämpfen, Aurums Licht in finstere Ecken der Welt tragen. Du weißt schon, Drachen töten und Jungfrauen retten. Und obendrein noch Schätze bergen.»
«Aber ist das nicht zu gefährlich? Euer Vater wird damit nicht einverstanden sein!» sagte Kunibert, der stets um des jungen Freiherrn Sicherheit bedacht war.
«Eben drum!» entgegnete Heinrich. «Es kann garnicht gefährlich genug sein! Ich will Monster erschlagen, Banditen jagen, und Unrecht und Gefahr vom Volke wenden. Und für Jungfrauen und Schätze hätte ich auch Verwendung.»
Kunibert seufzte. «Und wisst ihr auch schon wo es hingehen soll?»
«Natürlich.» antwortete Heinrich «Es geht nach Nordwesten. Ich habe schon einen Plan was ich suchen will und ich weiß ungefähr wo es ist.

Und so ging Heinrich am folgenden Tag zu seinem Vater in den großen Saal und sprach:
«Vater, ich habe etwas zu verkünden!»
Dieser zog eine Augenbraue hoch. Er wusste das Heinrich normalerweise den Thronsaal mied, da er hier stets nur Bittsteller sein würde. Das letzte Mal als er etwas zu verkünden hatte, diente er für fünf Jahre bei den Grenzreitern.

«Ich habe beschlossen in die Welt hinaus zu ziehen, um mit Schwert, Mut und Ehre Sicherheit und Recht unter die Menschen zu bringen!»
Im Saal wurde es mucksmäuschenstill, denn wann immer Heinrich seinem Vater einen seiner weinseligen „Entschlüsse” präsentierte, war dieser offenkundig peinlich berührt und für den Rest des Tages schlechter Laune. Doch zum Erstaunen Aller wies der alte Freiherr das Anliegen seines Sohnes nicht wie sonst zurück, sondern fragte:
«Und wo soll deine Reise hingehen? Wo willst du hier Gefahr und Unrecht finden?»
«Im Norden, wo die Menschen teils noch nach alten und aurumsfernen Sitten und Gebräuchen leben. Wo das Leben der Menschen so hart ist wie der steinige Boden den sie bestellen. Wo in den dunklen Wäldern noch Kreaturen hausen, die kein rechtschaffender Mensch je zu Gesicht bekommen hat.»
«Nundenn, ich lasse dich ziehen,» sagte der Freiherr, der insgeheim froh war das sein Sohn ein immerhin ehrbares Unterfangen plante, und sein Betragen in der Ferne weit weniger ehrenrüchig für sein Haus wäre als daheim. «jedoch nicht allein!»
«Ich werde ihn begleichen, wenn euer Hochwohlgeboren es wünscht!» sprach der Ritter Kunibert.
«Das tue ich, in der Tat!» bestätigte der Freiherr. Und zu seinem Hofmagier gewandt sagte er:
«Siegbert, du wirst sie begleiten und zusehen das sie heil nach Hause kommen.»
«Was, ich?» Entgegnete dieser, der es vorzog Arbeit aus dem Weg zu gehen.
«Wieviele Siegberts dienen noch an meinem Hof?»
«Keiner, natürlich, wie euer Hochgeboren wünschen!» buckelte Siegbert, dem eine Reise nicht nur körperlich sondern auch mental gut tun würde.
Während der Magier Siegbert noch damit beschäftigt war, Entschuldigungen zu stammeln, drängte sich ein Hühne durch die Menge nach vorn. Tröge er nicht das weiße Gewand eines Aurumpriesters, würde man meinen das ein derart vom Kampf gezeichneter Mann, mit narbigem Gesicht, Glatzkopf und weißem Bart keinen Einlass in die Halle eines Freiherrn bekäme.
«Niemand geht hier ohne mich Gefahr und Unrecht bekämpfen,» verkündete dieser «vor allem nicht der Magier!» Vater Sanginus misstraute nämlich der Magie und all ihren Anwendern, und hat stets sein verbleibendes Auge auf Siegbert, dem Hofmagier.
«Aber du wirst hier gebraucht!» wollte der Freiherr entgegnen, besann sich aber eines besseren, denn Diskussionen mit seinem Hofgeweihten endeten stets damit das Dieser tat was er wollte und er wie ein Narr dastand. Stattdessen nickte er nur und sprach:
«Also gut, ihr Vier sollt gehen.»

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