Der Archivar - Sieben Bräute

Sieben Siegel, sieben Ringe. Sieben Bräute für den scharlachroten König.

Sie versammeln sich um das Geburtenbett, die törichten und die weisen. Sie fürchten das Kind, noch ungeboren, dessen Stimme die Himmel wird zerreissen.

Die Treuen betrachten den Wald des Nachts, ihres Königs Ankunft gewahr. Mit Laternen so hell, sie harren dort, seine neue Welt so nah.

Der Drache er wartet, im Dunkel der Schatten, sein Atem verbrennt das Land. Der Held im Schloss, das Schwert nun zieht. Er rüstet sich für den Kampf.

Die Prinzessin im Turm, weit entfernt ist sie versteckt. Doch nichts unter den Himmeln vermag zu verhindern, dass der Bräutigam sie entdeckt.

Obszönes Lächeln im Gesicht, gefühllos auch die Toten. So ihre Seele auch entfleucht, die Flucht ihr grob verboten.

Der Töpfer dem Schüler die Anweisung gab, sieben Gefäße er gebe zur Hand. Nach sechs geschaffen so elegant, beim letzten die Kraft ihm schwand.

Der irre Mond heult nun nicht mehr, sein klagendes Schwarz hinfort. Schlich sein Gesicht in ihren Traum, zu holen sie sofort.

Der König in Freierskleidern fein, die Bräute im Bette versunken. Die Prinzen erwartend, ungeborn, den Kopf heben schlafestrunken.

Die Hennen im Stall, sieben Eier sie legten, bis der Fuchs kam des Nachts geschlichen um sie ihnen wegzunehmen.

Sechs durch ihre Bindung gebrochen, sechs werden nie mehr singen. Doch kommt der siebten volle Entfaltung, werden alle Glocken klingen.

Als die Erste ein Leben der Erde geschenkt, die Vögel begannen zu singen. Ihr gellendes Weinen die Himmel erschüttert, Ihre Rufe nach dem König der Kehle entspringen.

Die Klinge des Heilers die Zweite bezwang. Ein weiteres Leben begann. Zu früh es gemeißelt im Mondes Schein. Des Königs rote Flagge gewann.

Seine Braut, der dritten verblieb ungehört, ihre Schreie nach Hilfe missachtet. Des Chirurgen Messer herbei sie nahm, dem Leben ein Ende sich setzte. Ein Geschenk für den Herren sie dargebracht…

Die Vierte bereitete sich einen Dolch, platzierte ihn an ihrem Herz. Das beste Heilmittel nicht zu reinigen vermag, was der König entfachte an Schmerz.

Die Krone der Fünften wurde überwältigt im Spiel des Fuchses. Sein Bau wurde gespalten von tosendem Donnern, eine Apokalypse ward geboren.

Am Tag der sechsten gaben die Mauern es frei und die Ozeane wurden zu Staub. Ihre Geburt beendete ihr Werk, als die Erde erbebte unter des Königs grausamen Hieben.

Die siebte Braut wird zerbrechen die Gezeiten, der Mond nie mehr wird scheinen. Es kommt der Tag, nicht weit entfernt, da sie gebärt das Ende aller Zeiten.

Der Heiler niemals verriet seinem Gott welche er wirklich gesucht. Verborgen sein selbst in Stille er weint.

Die Stimme des Herrn, sie traf eine Wahl, verkündet durch ihr Wort. “In Angst und Leid verbleiben soll, nicht gleicht der Dritten dort.”

Des Heilers Geschütz beendete die Flucht, er führte sie zum Ohr. Auf´s gröbste entweiht das bemitleidenswerte Kind, überlassen seiner Angst.

Ihre Erinnerung, gar flatterhaftes Ding, die stärkste wird bestehen. Im Moment, in dem ihr Wimmern versiegt, die Drogen ihren Verstand verwehn.
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