Das Opferritual

Objekt Nr.: SCP-XXX-DE

Klassifizierung: Sicher

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-XXX-DE befindet sich in einer Höhle in Norwegen, nahe der Stadt ███████. Aufgrund der Immobilität des Objektes muss SCP-XXX-DE vor Ort gesichert werden. Um unbefugtes Eindringen von Zivilisten zu unterbinden müssen permanent zwei (2) Wachen an dem Eingang zu der Höhle stationiert sein, in der sich die Anomalie befindet. Desweiteren muss in der Stadt ███████, nahe der Höhle, ein (1) bewaffneter Hilfstrupp, bestehend aus sechs (6) Sicherheitskräften, stationiert sein, der im Ernstfall eingreifen kann.
Zu einem solchen kann es unter anderem aus folgenden Gründen kommen:

  1. Die Höhle und deren Anomalie stellen für die ansässige Bevölkerung ein Heiligtum dar, das von jener zu schützen versucht wird.
  2. Es wird von feindlichen Gruppierungen versucht SCP-XXX-DE zu zerstören oder an sich zu reißen.

Anmerkung: Die genannten Gründe erschweren nicht nur die kontinuierliche Sicherung von SCP-XXX-DE, sondern machten auch die Erstabsicherung der Anomalie am 26.09.20██ zu einer Herausforderung, sodass bei nachfolgenden Erstabsicherungen von zivil-bekannten Anomalien, ein neues Sicherheitskonzept in Kraft getreten ist/treten wird!

Das Betreten der Höhle ist ausschließlich Personal der Stufe 2 oder höher gestattet.

SCP-XXX-1-DE muss durchgängig in einer belüfteten Eichenholzbox (30 cm x 20 cm x 7 cm) aufbewahrt werden. Diese befindet sich in einem gekühlten Tresor in Gebäudekomplex █-██. Nur zu Testzwecken ist SCP-XXX-1-DE durch angewiesenes Personal der Stufe 2 und nur unter Aufsicht eines leitenden Wissenschaftlers aus seinem Tresor zu entfernen.

Beschreibung: Bei SCP-XXX-DE handelt es sich um einen in Fels geschlagenen, rechteckigen Hohlraum (2,98 m x 1,02 m x 0,63 m), der sich in einer Höhle, deren Koordinaten ██°██.████''N/███°██.████''O lauten, befindet und einem Sarg ähnelt. Der Begriff Sarg bezieht sich hierbei auf die im Folgenden genannte Anleitung zur Benutzung von SCP-XXX-DE. Er ist mit einem auf Bronzeschienen verschiebbaren Deckel aus Eichenholz versehen. Dieser wies bei der Erstentdeckung durch Personal der SCP-Foundation keinerlei grobe Kratzer oder sonstige Spuren auf. Nach, sowie während der Benutzung von SCP-XXX-DE verschwinden entstandene und zugefügte Kratzer und Einritzungen aus dem glattgeschliffenen Deckel. Desweiteren sind auch keine Verzierungen in dem Holzdeckel zu finden und ebenso weist auch der Granitfels, in den der Hohlraum eingearbeitet wurde, keine Besonderheiten auf.

Legt sich eine Person in den geöffneten Hohlraum verspürt diese keine besonderen Anzeichen außergewöhnlicher Kräfte. Wird dann der Deckel zugezogen kommt es bei einigen Testsubjekten zu der erwarteten Panik aufgrund des relativ geringen Platzes und der Finsternis innerhalb von SCP-XXX-DE.

Im Hohlraum selbst befand sich bei seiner Entdeckung SCP-XXX-1-DE, ein Dolch aus Bronze (Länge 27,4 cm, Gewicht 681,6 g), der ebenfalls keinerlei Verzierungen oder Beschädigungen, jedoch durchgängig eine Oberflächentemperatur von 36,6°C aufweist (siehe Dokument XXX-D). Personen, welche in Kontakt mit SCP-000-1-DE kommen, verspüren eine "merkwürdig angenehme Form von Trauer" und sprechen davon, plötzlich Gedanken und Erinnerungen an verstorbene Personen zu haben, die ihnen viel bedeuten. Je länger die Personen in Kontakt mit SCP-XXX-1-DE stehen, desto öfter äußern sie den Wunsch den geliebten verstorbenen Menschen wiedersehen zu wollen. Nach ca. zwei bis drei Stunden Kontakt mit dem Dolch seien die Personen sogar bereit sich zu opfern, sofern dadurch der geliebte verstorbene Mensch wieder zum Leben erweckt werden würde.

Anmerkung zu SCP-XXX-1-DE in Bezug auf dessen Verwendung im Zusammenhang mit SCP-000-DE: SCP-000-1-DE scheint jegliche Panik einer Person, die sich in dem geschlossenen Hohlraum befindet, zu unterdrücken, wenn jene Person den Dolch in den Händen hält.

Die Höhlenwand, welche SCP-XXX-DE gegenüberliegt, ist begradigt und es ist ein Text in einer Geheimschrift hineingemeißelt, der die folgende Anleitung zur Benutzung von SCP-000-DE beinhaltet (siehe Dokument XXX-A). Es handelt sich dabei um ein freiwilliges Opferritual, dass verstorbene Personen wieder zum Leben erwecken soll. Dieses Ritual entspringt einem bis zur Entdeckung von SCP-XXX-DE durch die SCP-Foundation unbeachteten religiösen Kult (siehe Dokument XXX-E).

  1. Die Person, die sich opfert, ritzt mit dem Dolch den Namen desjenigen in die Oberseite des Sargdeckels ein, der wiedererweckt werden soll. Dabei spielen Schrift und Sprache keine Rolle, außerdem muss das Opfer die zu erweckende Person kennen und wissen, wie sie aussieht (siehe Dokument XXX-B).
  2. Das Opfer legt sich mit dem Dolch in den Sarg und zieht den verschiebbaren Deckel zu.
  3. Der zugezogene Deckel verschließt sich selbstständig und lässt sich nun nicht mehr öffnen.
  4. Die Opferung/Wiedererweckung beginnt mit dem Verglühen des eingeritzten Namens auf dem Deckel, wobei keine Brandflecken entstehen und die Einritzungen vollständig verschwinden.
  5. Eine übernatürliche Macht "dringt in die Gedanken des Opfers ein", welches die ganze Zeit an die zu erweckende Person denkt, und verbindet den Namen mit Bildern aus den Erinnerungen des Opfers um so die richtige Person wiederbeleben zu können (siehe Dokument XXX-K: Verhörprotokoll D-████).
  6. Das Opfer sowie die Überreste des zu erweckenden Verstorbenen zerfallen zu Asche und verschwinden dann endgültig.
  7. Der Verstorbene manifestiert sich als lebendiger Körper im Sarg, der "Tausch" ist abgeschlossen. Der Geopferte befindet sich nun im "Reich der Toten" während der Verstorbene wieder lebt.
  8. Der Sargdeckel lässt sich nun wieder öffnen, der Dolch befindet sich in den Händen des Wiederbelebten.
  9. Dieser wird "den Sarg ohne zu zögern verlassen" (Versuche den wiederbelebten Körper am Ausstieg zu hindern scheiterten bisher [siehe Dokument XXX-C], weitere Tests folgen.).
  10. Der Sarg verschließt sich selbstständig und lässt sich nicht mehr öffnen (Versuche den Deckel am Schließen zu hindern endeten bisher erfolglos [siehe Dokument XXX-C und Dokument XXX-C-1: Arztbericht zur Verletzung von D-████], weitere Tests folgen.).
  11. Nun stellt sich dem Wiederbelebten die Frage, ob er die Person, die sich für ihn geopfert hat, zurückholen möchte, indem er sich in den nächsten 24 Stunden mithilfe des Dolchs opfert oder ob er die Person nicht zurückholen möchte und sich nicht erdolcht oder zu lange wartet. Opfert er sich mit dem Dolch –er kann sich nur selbst erdolchen, das heißt von niemandem sonst erdolcht werden (siehe Dokument XXX-B)– "zerfallen er und der Dolch zu Asche". Die Person, die sich für den Wiedererweckten geopfert hatte, wird aus dem "Reich der Toten" zurückgeholt und taucht mit dem Dolch im Sarg wieder auf. Dieser kann nun geöffnet werden und der Rücktausch ist vollzogen. Die Person kann sich nun erneut opfern, allerdings nicht mehr für die Personen, die schon einmal wiedererweckt wurden. Ein Rück-Rücktausch ist damit ausgeschlossen! Opfert der Wiederbelebte sich allerdings nicht oder wartet er "länger als eine Erdumdrehung, sodass die Macht des Dolchs erlischt", öffnet sich der Sarg wieder und der Geopferte kann nie wieder zurückgeholt werden. Der Wiederbelebte kann sich nun auch für andere Personen im Sarg opfern, aber nicht die für ihn geopferte Person wiedererwecken, das kann keiner!
  12. Jetzt sind Sarg und Dolch wieder für die nächste Opferung/Wiedererweckung bereit!

Diese Anleitung ergibt sich aus der Entschlüsselung der in die Höhlenwand gemeißelten Geheimschrift vom 14.01.20██ (siehe Dokument XXX-A) durch Dr. ██████████, Leiter des Instituts für Kryptographie in ██████, Norwegen.

Einige Phrasen wurden direkt aus Dokument XXX-A zitiert.

Unbeobachtbare Vorgänge während des Rituals werden in oben genannter Anleitung so beschrieben, wie sie in Dokument XXX-A zu lesen sind.

Verhörprotokolle von Gesprächen mit wiedererweckten und rückgetauschten, sowie sonstigen Testsubjekten werden zum Großteil für die nächste Zeit von den operierenden Professoren geheimgehalten!

Anhänge:
Dokument 000-A
Dokument 000-B

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