Das gepflegte Haus
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Objekt-Nr.: SCP-###-DE

Klassifizierung: Euclid

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-###-DE sowie SCP-###-DE-01, -02, -03 und -04 (folgend nur als ###, -01, -02, -03 und -04 bezeichnet) können nicht in Gewahrsam genommen werden. Isolation ist die einzig funktionale Sicherheitsmaßnahme. Dies bedeutet strategische Stadtplanung und Umgebungsbesiedlung. Die Umgebung von SCP-###-DE wurde so angelegt und bebaut, dass die psychologischen Auswirkungen der Architektur des gesamten Viertels dafür sorgt, dass so gut wie niemand ein Interesse daran hat es zu betreten. Alle Gebäude des Viertels, mit Ausnahme von SCP-###-DE sind ausschließlich von Angestellten der SCP-Foundation und eingeweihten Fachkräften bewohnt. Dies stellt sowohl die Isolierung, als auch die bestmögliche Beobachtung dieses SCPs sicher.

Beschreibung: SCP-###-DE ist ein altes Herrenhaus in ████████████. Es hat 3 Etagen plus Keller und Dachboden. Es ist umgeben von einem sehr gepflegten Garten. Neben diesem Garten befindet sich ein überwucherter Bereich, auf dem SCP-###-DE-01, die Ruine des Gesindehauses, steht. Beide SCPs stehen dort laut Aufzeichnungen bereits seit 11██, weisen jedoch einen architektonischen Stil auf, der eher in das 19. Jahrhundert passt. Es gibt keinerlei Aufzeichnungen über die Erbauer oder frühere Bewohner. Es gibt auch keinen nachweisbaren Bauzeitraum. Die Foundation stieß erstmals 19██ auf diese SCPs und begann umgehend mit der Untersuchung und Eindämmung eben dieser.

Aktuell wird ### von SCP-###-DE-03 und -04 bewohnt. Bei diesen beiden handelt es sich um die ehemaligen, vormals strafdegradierten Foundation-Mitarbeiter der Klasse D (namentlich "Werth" und "Hohner"), welche bei der ersten Erforschung des Inneren von ### verloren gingen. Beide sind seither nicht mehr ansprechbar und fungieren als Bedienstete von ###, die sich um die Gartenpflege und den Schutz des Gebäudes kümmern.

Eine Besonderheit stellt SCP-###-DE-02 dar. Dabei handelt es sich um einen grauen Perserkater, welcher 19██ plötzlich auftauchte und sich seither frei auf den Grundstücken von ### und -01 und auch außerhalb von ihnen bewegen kann. Seinem sehr plastischen Gesichtsausdruck, der ein wenig an "Popeye" erinnert, verdankt -02 den von Mitarbeitern der SCP-Foundation gegebenen Beinamen "Der Admiral". -02 erfüllt zwei verschiedene Zwecke. Zum einen hält es Gefahren von ### fern, zum anderen trifft -02 die Auswahl der Opfer von ###.

Die äußere Beobachtung von ### führte zu folgenden Ergebnissen:
Es erscheint als ganz normales Haus. Beobachtungen über mehrere Tage bewiesen jedoch, dass -01 im selben Maße verfällt, in dem der Garten von ### gedeiht. Das wäre nicht weiter verwunderlich, wenn es sich nicht auch andersherum verhielte. Je mehr der Garten durch -03 und -04 vernachlässigt wird, desto mehr baut -01 sich wieder auf, ohne dass Hand an es gelegt würde. Bei Blicken durch ###'s Fenster (aus gebührendem Sicherheitsabstand) stellte sich heraus, dass es keinerlei Mobiliar enthält, außer im Keller, dem Wohnraum von -03 und -04. Beobachtungen bei Nacht zeigten, dass nur im Keller Licht brennt, während der Rest des Hauses in völliger Dunkelheit liegt. Durch Kellerfenster kann beobachtet werden, dass -03 und -04 die ganze Nacht hindurch nur in der Mitte des Kellerraumes stehen, mit weit aufgerissenen Augen und gebleckten Zähnen, welche in hoher Frequenz aufeinanderschlagen, sonst aber ausdruckslosem Gesicht. Sonst kann keinerlei Bewegung der beiden "Bewohner" wahrgenommen werden, bis zum Sonnenaufgang. Dann wirken sie plötzlich wieder völlig normal und beginnen mit ihrer Arbeit im Garten, der sie bis zum nächsten Sonnenuntergang nachgehen. Während ihrer Arbeit reagieren sie auf keinerlei äußere Einflüsse. Selbst gegenüber versuchsweisem Beschuss durch Einsatzkräfte der SCP-Foundation zeigten sich -03 und -04 völlig unbeeindruckt und trugen keinerlei Verletzungen davon. Sie halten auch niemanden davon ab ### zu betreten, solange keine Intention besteht das Haus zu zerstören.

-02 dagegen stellt sich allen Eindringlingen in den Weg und trifft die Entscheidung, ob ### betreten werden darf. Bei Zustimmung seitens -02 führt er die Personen bis zur Haustür, wartet davor bis alle eingetreten sind und verschwindet dann spurlos. Bei Ablehnung durch -02 können Eindringlinge lediglich wieder gehen. Nicht eingelassene Mitarbeiter berichteten, dass von -02 keinerlei Aggression oder Kommunikation in irgendeiner Art ausging. Die Mitarbeiten waren schlichtweg nicht in der Lage weiterzugehen, als wären weder Körper noch Geist in der Lage, das Konzept des Weitergehens zu verstehen. Versuche zeigten, dass sowohl normale Menschen, als auch Tiere von diesem Effekt betroffen sind. -02 wurde des weiteren dabei beobachtet auch Zivilisten in das Haus zu führen. In jedem dieser Fälle tauchten -02 und die Zivilisten plötzlich hinter dem Gartentor auf und bewegten sich auf ### zu. Versuche Kontakt mit ihnen aufzunehmen blieben erfolglos, da diese zukünftigen Opfer nicht in der Lage waren alles was sich außerhalb des Grundstücks befindet wahrzunehmen. Rettungsaktionen endeten jedes Mal mit dem plötzlichen und spurlosen Verschwinden aller beteiligten Einsatzkräfte. Woher die Zivilisten stammten, ist nicht bekannt.

Im Folgenden findet sich die Mitschrift der Funkaufzeichnungen von Hohner und Werth, während ihrer Mission innerhalb von ### am Morgen des ██.██.19██, zwei Jahre nach dem ersten Auftauchen von -02.

Ein Einsatzteam begleitete Werth und Hohner, blieb aber vor dem Grundstück zurück.

Die Mitschrift beginnt ab Betreten des Grundstücks.

Beginn Audiolog:

Werth: "Wir stehen vor dem Tor"

-kurzes erschrockenes Einatmen seitens Hohner

Werth: "Das Gartentor öffnet sich selbstständig und gewährt uns Einlass. Betreten nun das Grundstück."

-wenige Sekunden Stille

Hohner: "Dort! Direkt vor uns ist diese Katze aufgetaucht."

Werth: "Haben Sie gesehen, wo sie herkam?"

Hohner: "Nein!"

Werth: "Hmmmm…
Sie sitzt da und betrachtet uns. Ich fühle mich nicht in der Lage mich ihr zu nähern."

- -02 dreht sich um und geht in Richtung des Hauses

Werth: "Es geht weiter. Wir folgen der Katze."

Hohner: "Ich möchte zu Protokoll geben, dass ich weder Das Einsatzteam, noch das Nebengebäude sehen kann. Es ist als wären sie nie da gewesen. Keine Spur von Ihnen."

Werth: "Stimmt."

-einige weitere Sekunden Stille

Werth: "Haben jetzt den Eingangsbereich des Hauses erreicht. Die Katze hat sich gesetzt und wartet."

-ein langes, ungewöhnlich tiefes und rauhes Miauen ist zu hören

Hohner: "Ich schätze, sie fordert uns auf, das Haus zu betreten."

Werth: "Das sehe ich auch so. Wir gehen weiter. Die Haustür öffnet sich ebenfalls selbstständig. Wir gehen hinein. Wie zu erwarten, schließt sich die Tür auch wieder selbstständig."

-ein kurzes Räuspern ist zu hören

Werth: "Wir befinden uns in einem Flur. Etwa 2 Meter breit und bestimmt 15 Meter lang. Mit einem Fenster am Ende. an jeder Längsseite des Fluren befinden sich 2 Türen. Wir gehen weiter."

-die Schritte der D-Klasse-Subjekte sind zu hören

Hohner: "Der Raum ist unmöbliert und wirkt auf seltsame Art warm, fast körperlich. Ich gehe zur ersten Tür links."

-ein gedämpftes Rütteln ist zu hören

Hohner: "Lässt sich nicht öffnen. Herr im Himmel. Tür und Rahmen sind aus einem Stück. Man kann sie überhaupt nicht öffnen."

Werth: "Auf die anderen Türen trifft das selbe zu. Des weiteren wirken die Türen samt Rahmen eher wie gewachsen, denn wie gefertigt. Ebenso wie das Fenster, dass…
Was zum…"

-ein Schlaggeräusch, wahrscheinlich schlug Werth auf das Fenster

Werth: "Hinter dem Haus sieht man noch einige Meter Grundstück, bis zum Zaun. Alles jenseits davon ist blank weiß. Keinerlei Nachbarhaus oder Landschaft ist zu sehen. rein garnichts! Soweit man sehen kann, nichts als blankes, fast leuchtendes weiß."

-kurze Stille
Werth: "Das ist nicht gut! Wir müssen raus hier!"

-schnelle Schritte sind zu hören, dann das Geräusch einer sich öffnenden Tür

Hohner: "Was…"

Werth: "Was ist?"

Hohner: "Die Haustür führt nicht hinaus!"

Werth: "WAS?"

Hohner: "Es ist ein neuer Raum. Er mutet wie eine kleine Bildergalerie an."

-ein schleifendes Geräusch, von überraschten Schreien begleitet, anschließend ein lauter Knall und die aufgeregten Stimmen der beiden Probanden

Hohner: "Wir wurden irgendwie in den Raum gezogen. Er ist klein und voller Gemälde, welche verschiedene Personen mit angsterfüllten Minen darstellen."

Werth: "Sehen Sie das? im Hintergrund jedes dieser Bilder sieht man die anderen Bilder dieses Raumes. Sie wurden augenscheinlich hier, in diesem Raum, angefertigt."

Hohner: "Ist Ihnen aufgefallen, dass der Raum hell erleuchtet ist? Aber es scheint keine Lichtquelle zu geben. Der Raum ist schlichtweg hell! Und…
AAAH!"

-der laute Schreckensschrei von Hohner ist zu hören

Hohner: "Die Bilder…!"

Werth: "Was ist mit ihnen?"

Hohner: "Sehen Sie!"

-kurze Stille, dann nervöses Atmen

Werth: "Die Personen bewegen sich, wie in völliger Agonie! Sie scheinen zu schreien, stumm. Wir müssen hier schleunigst raus!"

-das schnelle Öffnen der Tür ist zu hören, dann schnelle Schritte und das Knallen der Tür.

Werth: "Was…"

Hohner: "Wir sind… im Keller. ein einfach möblierter Raum. Es ist…"

-Übertragung bricht ab

Ende Audiolog

Das Einsatzteam vor dem Grundstück versuchte sich Zugang zu verschaffen, kam aber an -02 nicht vorbei. Sie umrundeten das Grundstück und versuchten durch die Fenster zu schauen. Beim Blick durch die Kellerfenster sahen sie Hohner und Werth still mitten im Raum stehen, mit weit aufgerissenen Augen und klappernden Kiefern. Zurufe blieben ungehört. Beim Versuch über den Zaun zu klettern und das Gebäude zu stürmen, verschwanden die Einsatzkräfte sofort spurlos und wurden erst Monate später wieder am Grundstückseingang gesichtet. Sie waren katatonisch und verblieben in diesem Zustand bis zum Ende ihrer Leben, die sie in einer Einrichtung der SCP-Foundation, unter ständiger Beobachtung verbrachten. Nicht alle Einsatzkräfte wurden wieder gefunden. Einige wurden erst wieder bei späteren Versuchen in ### entdeckt, als Motive auf neuen Gemälden. Von den Zivilisten, Einsatzkräften und Versuchsobjekten, die in späteren Einsätzen in das Haus vordrangen, kehrte niemand zurück. Spätere Funkaufzeichnungen berichteten jedoch von einer fortwährenden Zunahme von Gemälden. Auch die Größe der Galerie passt sich der Anzahl der Bilder an.

Trotz ähnlichem Ablauf der weiteren Missionen, blieben -03 und -04 die einzigen Bewohner von ###. Jedes weitere Team kam nur bis zur Galerie ehe das Signal abriss.

Auch zu -01 wurden Expeditionen geführt. Die Teilnehmer verschwanden aber lediglich völlig, ohne weitere Informationen weitergeben zu können, außer, dass aus Sicht von -01 ### sehr weit entfernt wirkt und die Entfernung ständig zuzunehmen scheint.

Die aktuelle Leitung der Beobachtung und Isolation von ### geht von der Theorie aus, dass es sich bei diesen SCPs um eine Kombination aus multidimensionalen Entitäten und Taschendimensionen handelt.

Absperrung unmöglich:
Im Jahre 19██ kam es zu einem ungeklärten Vorfall. Im Auftrag der Foundation wurde eine 4 Meter hohe und 40 Zentimeter dicke Mauer um das gesamte Viertel errichtet, die in der Nacht ihrer Fertigstellung verschwand. Der Vorgang des Verschwindens und der Verbleib der Mauer bleiben unbekannt.

Zerstörung unmöglich:
20██ wurde ein Antrag eingereicht SCP-###-DE als Keter zu klassifizieren, da es sich jedweder endgültigen Eindämmung widersetzt. Dieser Antrag wurde jedoch vorerst abgelehnt, wegen Mangels an aggressivem Verhalten des SCPs oder seiner Abkömmlinge. Jedoch wurde der Antrag erneuert, nach einem Vorfall, bei dem versucht wurde SCP-###-DE mit Hilfe von Spezialeinheiten und Brandsätzen zu zerstören, um die anhaltende Gefahr für Zivilisten zu bannen. Der Angriff wurde erfolgreich durch -02, -03 und -04 abgewehrt. Kein Angreifer überlebte den Einsatz. Jedwede Beschädigungen von Haus und Grundstück verschwanden in kürzester Zeit. Eine Neubewertung bleibt jedoch aus.

Mögliche Nutzbarkeit:
Ein Mitarbeiter verfolgt eine Theorie, nach der SCP-###-DE benutzt werden könnte um andere Anomalien wegzuschließen. Sollte sich dies als praktikabel erweisen, besteht die Möglichkeit SCP-###-DE als Thaumiel zu klassifizieren. Etwaige Versuche in dieser Richtung wurden jedoch abgelehnt.

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